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Immobilienskandal um Medicon erschüttert apoBank

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG (kurz: apoBank) aus Düsseldorf muss in Zukunft mit Schadensersatzforderungen ihrer Kunden rechnen.

Hintergrund sind staatsanwaltliche Ermittlungen im Zusammenhang mit Betrugsvorwürfen gegen die Geschäftsführer und Mitarbeiter der Licon-Gruppe (Leipzig), mit der die apoBank über die Tochtergesellschaft Medicon im Bereich Kapitalanlage in Immobilien geschäftlich verbunden war.

Recherchen ergaben, dass die apoBank für Geldanlagen in denkmalgeschützte Altbausubstanzen warb, die von der Licon-Gruppe hochwertig saniert wurden.

Für den Vertrieb der hochwertig denkmalgeschützten Immobilien als Kapitalanlageimmobilien war die Medicon GmbH, als Tochtergesellschaft der Licon-Gruppe, zuständig. Die apoBank traf nun ihrerseits im Jahr 2008 eine Kooperationsvereinbarung mit Medicon und setzte seitdem massiv auf den Verkauf von Licon-Immobilien. So lagen in den Filialen der Bank Prospekte der Licon aus; zugleich durfte die Fa. Medicon die Kunden der apoBank in den Geschäftsräumen der Bank beraten. Bezeichnenderweise hatten etwa in Frankfurt die apoBank und Medicon in ein- und demselben Gebäude ihre Büros.

Die finanziellen Interessen der apoBank sahen wie folgt aus:
Zum einen stellte sie bei Bedarf die Erwerberfinanzierung zur Verfügung und zog daraus Profit. Zum anderen strich die Bank - hinter dem Rücken der Kunden - heimlich Provisionen ein. Nach einem Bericht der Welt vom 25.10.2010 soll die Medicon 15 % Provision für jeden Immobilienverkauf von der Licon erhalten haben. Der Medicon-Berater erhielt dabei 1,75 % selbst und die apoBank kassierte ebenfalls einen erheblichen Teil – die Rede ist von 6 - 8,5 % (so Die Welt).

Insgesamt sind rund 600 Kunden der Bank betroffen. Diese werden nun ihrerseits Schadensersatzansprüche an die Bank herantragen: Denn die Bank hat erhebliche Provisionszahlungen kassiert ohne dies offenzulegen. Nach einem Urteil des OLG Frankfurt muss die vermittelnde Bank den Kunden aber über selbst gezogene Provisionen - egal in welcher Höhe - aufklären, damit der Kunde den möglicherweise vorliegenden Interessenkonflikt der Bank erkennen und diesen in seine Entscheidung für oder gegen die Anlage einfließen lassen kann (vgl. dazu das Urteil des OLG Frankfurt am Main zur Offenbarungspflicht der beratenden Bank über verdeckte Rückvergütungen und Provisionen). Wenn die apoBank insoweit nicht korrekt aufgeklärt hat, und dafür spricht einiges, muss sie den Anlegern den entstandenen Schaden ersetzen. Dies geht so weit, dass der Anleger gegen Übertragung der Immobilie sein investiertes Kapital von der Bank zurück erhält. Haftpflichtansprüche, auch aus verbundenem Geschäft, sind überdies zu bejahen. Das Zusammenspiel zwischen Licon, Medicon und apoBank war nämlich letztlich wie ein System aufgebaut.

Schließlich legt die Provisionshöhe von insgesamt 15 % eine nicht unerhebliche Überteuerung der vermittelten Immobilien nahe. Kunden sollten deshalb auch prüfen lassen, ob der von ihnen bezahlte Kaufpreis für eine Wohnung zum Erwerbszeitpunkt überteuert war, sich also wesentlich von den damals marktüblichen Kaufpreisen abgehoben hat. Eventuell liegt eine sittenwidrige Überteuerung des Kaufpreises vor.

Lassen Sie sich anwaltlich beraten, wenn Sie eine von der apoBank finanzierte Immobilie erworben haben. Unsere Kanzlei betreut seit Jahren eine Vielzahl von geschädigten Immobilienerwerbern gegen Banken, die nach unserer Erfahrung erheblich überteuerte Immobilien finanziert haben.

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Wir helfen Ihnen gerne.

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